Salonfähige Romantik
Die Sonntagsmatinee im Herrenhaus Bannacker im Rahmen der Mozartiade war lang, sehr romantisch -
und dank der Spitzen-Interpreten unglaublich gut. Für die seltene Besetzung Oboe, Viola und Klavier
wurde manches ausgegraben, das nicht leicht spannend zu spielen ist. Den dreien gelang das perfekt -
etwa in den vier „Liedern ohne Worte" des vergessenen Julius Edele (1811-1883).
Ein beredt schwelgendes Duettieren zwischen dem samtig-weichen Oboenton von Christoph
Hartmann und dem Cello-nah körperreichen Sonorklang des Bratschisten Martin von der Nahmer,
ihre sahnig retardierenden Übergänge und lebendige Dynamik machten Edeles salonfähige
Biedermeier-Idylle oder das nah an Brahms, doch leicht verdauliche Trio des Musikprofessors
Heinrich Peter von Herzogenburg (1843-1900) zum fesselnden Erlebnis.
(Augsburger Allgemeine 22.06.2009)
