Wer auf dem schier unübersichtlichen Tonträgermarkt auf sich aufmerksam machen möchte, muss etwas Besonderes bieten: neben der künstlerischen Spitzenleistung am besten zündende Ideen; zum Beispiel etwas Neues, nie Dagewesenes. Der Oboist Christoph Hartmann, Mitglied der Berliner Philharmoniker, hat aus dem Mangel an Werken, die für effektvolle Soloauftritte seines Instruments geeignet sind, eine Tugend gemacht. (..) Hartmann wählte für seine neue CD Domenico Scarlatti, Hasse, Cimarosa, Bellini, Donizetti und Pasculli (...). So trägt die neue CD, die Christoph Hartmann zusammen dem "Ensemble Berlin", einem Kammerorchester aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, eingespielt hat, den Titel "Bella Napoli". (...) Der Opernkomponist Gaetano Donizetti hätte mit ziemlicher Sicherheit seine Freude an der Vervollständigung seines Sonatenfragments gehabt, dessen Klavierpart er unvollendet ließ. Christoph Hartmann und Wolfgang Renz haben das Klavier durch ein Streichorchester ersetzt und aus der unfertigen Sonate eine reizvolle Belcanto-Arie für die Oboe als "Singstimme" gemacht.

Duftig, mit Delicatesse begleiten die Mitglieder des "Ensemble Berlin", am Cembalo übrigens Hedwig Bilgram.

(...) Wer sich auf diese Reise in ein Stück Musikgeschichte, das so nie existiert hat, einlässt, kann auf jeden Fall Neuland entdecken. So wie auch Christoph Hartmann für sich und seine Oboisten-Kollegen neues Terrain erschlossen hat.

(Bayern 4 Klassik, 24.05.2008)